Deutscher Gewerkschaftsbund

24.05.2013
Nach Jobverlust direkt in ALG II

Gehe nicht über Los!

In der Landeshauptstadt München mussten 2012 9.279 Beschäftigte nach Verlust der Arbeit direkt ALG II beantragen, obwohl sie zuvor durch ihre Arbeitsstelle in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben.

Dies hat zwei Ursachen: entweder hat die Zeit der Berufstätigkeit nicht ausgereicht, um einen Anspruch auf Arbeitslosengeld zu erwerben oder sie haben so schlecht verdient, dass sie ergänzend zum Arbeitslosengeld auf Hartz IV angewiesen sind. In München traf dieses Schicksal fast 19% aller Menschen die 2012 ihren Job verloren haben. „Dies zeigt, dass das Sicherungsnetz der Arbeitslosenversicherung inzwischen große Löcher hat, durch die immer mehr Menschen fallen. Der DGB fordert deshalb die Hürden beim Zugang zum Arbeitslosengeld zu senken. So soll der Versicherungsschutz greifen, wenn jemand in den letzten drei Jahren sechs Monate gearbeitet und damit in die Sozialversicherung eingezahlt hat.“, so Simone Burger DGB Vorsitzende München.

Zwischen den einzelnen Branchen zeigen sich aber auch in München deutliche Unterschiede. Besonders gefährdet sind Beschäftigte im Gastgewerbe und in der Leiharbeit. So mussten über 23% aller Beschäftigten im Gastgewerbe die 2012 arbeitslos wurden ALG II beantragen. In der Leiharbeit liegt diese Quote noch höher, hier waren es fast 32%, jeder Dritte. Zum Vergleich im verarbeitenden Gewerbe waren es „nur“ knapp 10%.

„Dies zeigt noch mal deutlich, dass Leiharbeitnehmer(innen) mehr Schutz brauchen. Als DGB fordern wir deshalb „gleiches Geld für gleiche Arbeit“ und die Wiedereinführung des Synchronisierungsverbots. Leiharbeitnehmer(innen) sollen nicht mehr mit dem Ende des Auftrags entlassen werden können und wenn ein neuer Auftrag kommt wieder angestellt werden. Leiharbeitnehmer(innen) haben ein Recht auf mehr Sicherheit.“ so Simone Burger.


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