Deutscher Gewerkschaftsbund

12.01.2018

Broschüre zur Sonntagspetition erschienen

Titel der Broschüre

kda

Über 62.000 Unterschriften haben wir für den freien Sonntag gesammelt. Zum Abschluss der Petition "Der Sonntag muss frei bleiben!" hatten wir Prof. Hans-Jürgen Papier und Dr. Friedrich Kühn zu Gast. Deren Reden und die besten Kommentare wurden jetzt in einer Broschüre veröffentlicht.

 

Vortrag von Hans-Jürgen Papier und Friedrich Kühn zum Nachlesen

Im Heft sind zum einen die Vorträge von Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Jürgen Papier, Präsident des Bundesverfassungsgerichts von 2002 bis 2010, sowie von Rechtsanwalt Friedrich Kühn abgedruckt. Beide sprachen bei der Abschlussveranstaltung der Petition am 18. Dezember 2017 in München. Sie betonten die besondere Bedeutung des Sonntagsschutzes für den Einzelnen und die gesamte Gesellschaft in unserem Land.

 

Die ganz persönlichen Bedeutung des freien Sonntags

Darüberhinaus ist in der Broschüre eine Auswahl an Aussagen abgedruckt, die von Unterzeichner*innen der Petition stammen. Wer online unterschrieb, konnte mitteilen, warum für ihn oder sie der Sonntag frei bleiben muss. Mehrere tausend Menschen nutzen diese Möglichkeit und veröffentlichten ihre persönliche Meinung zum freien Sonntag.

 

Die Broschüre kann im Gewerkschaftshaus (Schwanthalerstr. 64) bei der DGB Region München abgeholt oder hier direkt heruntergeladen werden.

  • Broschüre zum Download

  • Artikel zur Abschlussveranstaltung

    Fotoaktion der Sonntagsallianz auf dem Münchner Königsplatz

    Werner Bachmeier

    Die Münchner Allianz für den freien Sonntag hat für ihre Petition „Der Sonntag muss frei bleiben!“ Unterschriften von 62.356 Bürgerinnen und Bürgern eingesammelt – 51.113 mit klassischen Unterschriftenlisten, 11.243 auf dem Petitionsportal www.change.org/sonntag.


    Die Petition und den Riesenberg Unterschriftenlisten sendet das kirchlichgewerkschaftliche
    Bündnis nun als „Weihnachtsgeschenk“ an die
    Konzernzentralen von Karstadt und Galeria Kaufhof. Die beiden Warenhäuser
    hatten im Sommer unter dem irreführenden Motto „Selbstbestimmter
    Sonntag“ eine Kampagne für die völlige Abschaffung der Sonntagsruhe im
    Handel gestartet.


    Bei der öffentlichen Bekanntgabe des Petitionsergebnisses erhielt die
    Sonntagsallianz heute starken juristischen Rückenwind. Der ehemalige
    Präsident des Bundesverfassungsgerichtes Hans-Jürgen Papier erklärte bei der
    Veranstaltung: "Sonntagsschutz ist Freiheitsschutz. Freiheiten dürfen nur dann
    beschränkt werden, wenn gewichtige Gründe des Gemeinwohls oder die
    Wahrung grundrechtlich geschützter Belange Anderer von gleich hohem Rang
    wie der verfassungsrechtliche Sonntagsschutz dies erfordern.“


    Der Ladenschlussexperte und Fachanwalt für Arbeitsrecht Friedrich Kühn sieht
    die diversen aktuellen Vorstöße für mehr Sonntagsshopping ebenso skeptisch:
    „Die derzeitigen Forderungen und Gesetzesvorhaben zur Ausweitung von
    Sonntagsöffnungen stoßen auf erhebliche verfassungsrechtliche Bedenken und
    liegen im Hinblick auf das Arbeitsrecht wohl nicht einmal in der Kompetenz der
    Länder. Damit wird in der Praxis sicher keine Rechtssicherheit geschaffen.“


    Die Münchner Sonntagsallianz versteht das Votum von über 60.000 Menschen
    als klare Ansage nicht nur gegen die Kampagne von Karstadt und Kaufhof. Die
    Unterzeichner – Beschäftigte und Mittelständler aus dem Handel,
    Gewerkschafter und Christen, Politiker verschiedener Parteien, Wissenschaftler
    und viele andere – setzen damit grundsätzlich ein Zeichen gegen die
    Kommerzialisierung des Sonntags, wie etwa manche Ladenöffnungen am
    4. Advent/Heiligabend oder das neue „Entfesselungsgesetz“ in NRW.

  • Zitate der beiden Referenten

    Hans-Jürgen Papier und Friedrich Kühn

    Werner Bachmeier

    „Fällt der Sonntagsschutz bei der Ladenöffnung, fällt er früher oder später auch in anderen Branchen.“

    Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier, Präsident des Bundesverfassungserichts a.D.

     

    Wirtschaftliche Interessen der Händler oder das alltägliche Einkaufsinteresse der Kunden können keine Sonntagsöffnung rechtfertigen.

    Dr. Friedrich Kühn, Fachanwalt für Arbeitsrecht


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