Deutscher Gewerkschaftsbund

26.01.2018

Simone Burger im Amt bestätigt

Bei den Neuwahlen des DGB Bayern überzeugt Regionsgeschäftsführerin Simone Burger mit dem Thema Wohnen.

Simone Burger bei ihrer Vorstellung auf der Bezirkskonferenz

Werner Bachmeier

Regensburg/München, 26. Januar 2018. Auf der Bezirkskonferenz des DGB Bayern wurde die 38-jährige Simone Burger mit 97,8 Prozent der Stimmen als Geschäftsführerin für die Region München wiedergewählt. Vor der Wahl hatte sie sich deutlich zu dem in der Region München besonders wichtigen Thema Wohnen geäußert.

Kaum ein Thema ist von solcher Brisanz wie das Thema Wohnen. Exemplarisch für die nicht länger hinnehmbare Preisentwicklung steht der Fall der Bayerischen Hausbau: Auf dem Neubaugebiet des ehemaligen Paulaner-Geländes verkaufte die Eigentümerin bis September vergangenen Jahres eine 100-Quadratmeter-Wohnung zum Preis von 1,1 Mio. Euro. Zu wenig befand wohl die Bayerische Hausbau angesichts der hohen Nachfrage. Seit November 2017 gibt es für den Preis nur noch eine 87-Quadratmeter-Wohnung. "Zu diesen Preisen kann kein Facharbeiter Eigentum erwerben", sagte Burger in ihrer Rede vor 99 Delegierten auf der Konferenz. "Das spaltet nicht nur die Stadt, sondern die gesamte Region", konstatierte sie mit Blick auf Erding, wo die Kaufpreise von Herbst 2016 bis Frühjahr 2017 um 15,9 Prozent stiegen. "Wenn sich hier nichts ändert, dann können sich nur noch Topverdiener und reiche Erben ihre eigenen vier Wände leisten."

Und auch bei den Mietsteigerungen gibt es kein Halten mehr: Nur noch 38 Prozent der Wohnungen, die im Landkreis Freising angeboten werden, sind für unter 11 Euro kalt pro Quadratmeter erhältlich. Ein Ende der Preisspirale ist nicht in Sicht. Für Burger ist daher klar: "Wenn die Zeiten ungerechter und radikaler werden, müssen unsere Antworten als DGB deutlicher werden." Was das für die Landtagswahl bedeute, machte sie ebenso deutlich: "Wir dürfen Parteien nicht mit Symbolpolitik davon kommen lassen. Wir brauchen Antworten die etwas verändern." Sie rief dazu auf, sich nicht von den "Eins bis zwei Millionen mehr " für den Sozialen Wohnungsbau beindrucken zu lassen. "Wir werden darauf pochen, dass alle beantragten Projekte finanziert werden. Der Freistaat selbst muss aktiv werden. Er darf seine Flächen nicht mehr zu Höchstpreisen verkaufen, sondern soll sie Kommunen und Genossenschaften günstig zur Verfügung stellen", forderte Burger. "Neben dem sozialen Wohnungsbau brauchen wir – gerade für unsere Region - ein Programm für erschwinglichen Wohnraum für die Mittelschicht."

Eine weitere Forderung, die Simone Burger in der Region in diesem Jahr voran treiben will: Ein neues Bodenrecht. "Grund und Boden ist nicht irgendeine beliebige Ware", so Burger. Schließlich ist Boden nicht beliebig vermehrbar. "Ohne Boden keine Wohnung. Und das Recht auf Wohnen ist ein Menschenrecht. Es kann nicht sein, dass Spekulanten enorme Gewinne mit Grund und Boden machen und die Allgemeinheit davon nichts hat", betonte Burger. Die Bayerische Verfassung ist dabei auf der Seite der Gewerkschaften. Denn darin heißt es in Artikel 161: „Steigerungen des Bodenwertes, die ohne besonderen Kapitalaufwand des Eigentümers entstehen, sind für die Allgemeinheit nutzbar zu machen."

Die DGB Bezirkskonferenz fand in diesem Jahr in Regensburg statt. Hier wurden auch der amtierende Vorsitzende Matthias Jena und seine stellvertretende Vorsitzende Verena Di Pasquale im Amt bestätigt. Neben Simone Burger wurden zudem die weiteren sieben Geschäftsführer/innen für die Regionen gewählt. Simone Burger hat das Amt bereits seit 2012 inne. Alle vier Jahre werden im DGB die Gremien neu gewählt.

 

Über die DGB Region München

Die DGB Region München ist eine von insgesamt acht Regionen innerhalb des DGB Bayern. Zur DGB Region München gehören die Landkreise Weilheim, Garmisch-Partenkirchen, Landsberg am Lech, Dachau, Fürstenfeldbruck, Starnberg, Freising, Erding, Ebersberg, München-Land und München-Stadt. 127.000 Mitglieder sind hier organisiert.

 

Über den DGB

Der Deutsche Gewerkschaftsbund ist als Dachverband die politische Interessensvertretung der acht Mitgliedsgewerkschaften. Das sind: IG Metall, ver.di, IG BCE, IG BAU, EVG, NGG, GdP und GEW.

 

 

Auch die beiden Bezirksvorsitzenden und die GeschäftsführerInnen der weiteren Regionen wurden auf der Konferenz gewählt.

Auch die beiden Bezirksvorsitzenden und die GeschäftsführerInnen der weiteren Regionen wurden auf der Konferenz gewählt:
von links nach rechts: Andreas Schmal (Niederbayern), Simone Burger (Region München), Christian Dietl (Oberpfalz), Dr. Verena Di Pasquale (stellv. Bezirksvorsitzende), Matthias Jena (Bezirksvorsitzender), Silke Klos-Pöllinger (Schwaben), Günter Zellner (Oberbayern), Mathias Eckardt (Oberfranken), Frank Firsching (Unterfranken) und Stephan Doll (Mittelfranken)
Werner Bachmeier


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