Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 052 - 03.01.2013

Arbeitsmarkt 2012

Arbeitsmarkt 2012
Gute Zahlen, doch die Qualität der Arbeit bleibt unklar

Zum aktuellen Bericht der Agentur für Arbeit München erklärt die Vorsitzende des DGB Münchens Simone Burger:

„Als Deutscher Gewerkschaftsbund freuen wir uns über die Bilanz des Arbeitsmarkts 2012. Es ist erfreulich, dass im Jahresdurchschnitt so wenige Menschen arbeitslos wurden wie vor elf Jahren. Dennoch bleiben auch bei diesen positiven Meldungen einige Schattenseiten. Die Leiharbeit boomt in München weiter. Im Vergleich zum Vorjahresstichtag stieg die Zahl der Leiharbeiter(innen) um 3,9%, bei den geringfügig Beschäftigten sogar um 9,3%.[1] Immer noch verdienen Leiharbeiter(innen) deutlich weniger als die festangestellten Kolleginnen und Kollegen. Trotz dieser Fakten lehnt die Bundesregierung es ab die Leiharbeit zu regulieren. Aus Sicht des DGB ist es unerlässlich in diesem Bereich das Prinzip „gleiches Geld für gleiche Arbeit“ duchzusetzen, um Lohndumping zu verhindern. Als DGB werden wir uns weiter dafür stark machen.

Immer mehr Unternehmen setzen Werkverträge gezielt ein, um Löhne nach unten zu drücken. Viele Werkverträge haben mit dem ursprünglichen Sinn eines Werkvertrags nichts mehr zu tun. So werden Kernaufgaben in einem Unternehmen per Werkvertrag ausgegliedert, wie zum Beispiel das Auffüllen der Regale in Supermärkten. Obwohl die Fälle zunehmen, gibt es keine offizielle Statistik über die Anzahl der Werkverträge und wie viele Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen davon betroffen sind. Als DGB fordern wir, dass die Zahlen endlich erfasst werden, damit auch Aussagen über die Qualität der Arbeitsplätze getroffen werden können und nicht nur über die Quantität.“



[1] Die Zahlen sind dem Bericht der Agentur für Arbeit zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung entnommen. Der Erhebungszeitraum ist März 2011 bis März 2012.


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