Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 064 - 04.03.2014

Heute ist der Start der Betriebsratswahlen

Heute beginnen nicht nur in München, sondern in ganz Deutschland, die Betriebsratswahlen. Vom 1. März bis zum 31. Mai können Beschäftigte ihre Vertretung im Betrieb wählen.

Zu den Betriebsratswahlen erklärt Simone Burger, Regionsgeschäftsführerin des DGB München:

„Die Betriebsratswahlen sind nicht eine Wahl unter Vielen. Sie sind ein wichtiger Teil der Demokratie. Bei den letzten Wahlen im Jahr 2010 wurden 170.000 Mandate gewählt. Allein diese Zahl zeigt die Bedeutung dieser Wahlen. Und Beschäftigte brauchen eine Interessenvertretung in den Betrieben, die Demokratie darf nicht an den Werkstoren enden.

Es macht einen Unterschied, ob es im Betrieb einen Betriebsrat gibt oder nicht und wer dort die Interessen der Beschäftigten vertritt. Kandidat(innen) von DGB Gewerkschaften können auf eine starke Gemeinschaft und deren Unterstützung bauen. Arbeitgebernahe „Pseudogewerkschaften“ führen nicht zu mehr Mitbestimmung.

In Betrieben mit Betriebsrat gibt es im Schnitt 10% höhere Löhne und sichere Arbeitsplätze. Ohne Betriebsrat haben Beschäftigte weniger Rechte. Mit einem Betriebsrat können Betriebsvereinbarungen getroffen werden. Beschäftigte können so mitbestimmen, wenn es um Regelungen zur Arbeitszeit, zum Schichtplan oder zum Leistungsentgelt geht. Sie haben damit die Möglichkeit ihr Arbeitsumfeld mitzugestalten. Gerade in schwierigen Zeiten ist ein Betriebsrat wichtig, mit ihm kann ein Sozialplan erstellt werden und er muss bei einer Kündigung angehört werden.

Deshalb ist es wichtig bei den Betriebsratswahlen wählen zu gehen oder wenn es keinen Betriebsrat im Unternehmen gibt, einen zu gründen. Die DGB Gewerkschaften unterstützen Beschäftigte beim Ziel einen Betriebsrat zu gründen.

Wir wollen aber die Betriebsratswahlen auch dafür nutzen, deutlich zu machen, dass Betriebsräte heute mit neuen Herausforderungen konfrontiert sind. Um diese Aufgaben zu meistern, brauchen sie mehr Rechte. Dies gilt für den Missbrauch von Werkverträgen. Hier reicht das geplante Informationsrecht für Betriebsräte nicht, wir brauchen in diesem Feld echte Mitbestimmung. Um die zunehmenden psychischen Erkrankungen wirksam zu bekämpfen, braucht es einen neuen Gesundheitsschutz. Deshalb fordern wir vom Gesetzgeber eine Anti-Stress-Verordnung. Die Betriebe werden immer internationaler, nur die Europäischen Betriebsräte werden im Zuge dessen nicht gestärkt. Das muss sich ändern.“

Falls sie Fragen zu den Betriebsratswahlen haben (wir versenden auf Nachfrage gerne ein FAQ zu den Betriebsratswahlen), Informationen darüber haben wollen, wo in München gewählt wird oder Betriebsräte als Gesprächspartner suchen, helfen wir ihnen gerne weiter.


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