Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 018 - 30.08.2011

Ausbildungsstart 2011

Zum Start des Ausbildungsjahres am 01.September sind noch immer viele Jugendliche ohne Ausbildungsplatz

Für viele Jugendliche beginnt der morgige Tag nicht mit dem ersehnten ersten Arbeitstag im Ausbildungsbetrieb sondern mit einer Fördermaßnahme, einem Aushilfsjob oder einem weiteren Jahr auf der Schulbank.

Auch in diesem Jahr haben etwa 3400 der bei der Bundesagentur für Arbeit München gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber zum diesjährigen Ausbildungsstart  (noch) keinen Ausbildungsplatz ergattern können. Das geht aus den heute veröffentlichen Ausbildungsmarktzahlen der Bundesagentur für Arbeit hervor.

Das ist auch insofern erstaunlich, als dass sich das Schulabschlussniveau der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gesteigert hat, sagte die DGB-Jugendsekretärin Katharina Joho heute in München. Rund 92% (1% ohne Schulabschluss, 6,2 % keine Angabe) von Ihnen verfügen über einen Schulabschluss, rund 80% davon über einen Haupt- oder Realschulabschluss. Die Zahl derjenigen mit Abitur ist im Vergleich zum Vorjahr sogar um rund 50% auf rund 7% gestiegen, was unter anderem auf den doppelten Abiturjahrgang zurück zu führen ist.

Besorgniserregend ist vor allem die hohe Zahl an Hauptschulabsolventinnen und –absolventen, die in diesem Jahr keinen Ausbildungsplatz bekommen haben. Das sind immerhin mehr als 18% der gemeldeten Bewerberinnen mit Hauptschulabschluss. Wir befürchten in diesem Zusammenhang und angesichts des doppelten Abiturjahrgangs eine weitere Verschärfung des Verdrängungswettbewerbs von Bewerberinnen und Bewerbern mit niedrigeren Schulabschlüssen, so Joho. Viele Betriebe stellen lieber Abiturienten oder Realschulabsolventen ein. Die DGB-Jugendsekretärin Katharina Joho rief die Betriebe dazu auf, auch Schulabgängerinnen und Schulabgängern, die ihre Ansprüche nicht auf den ersten Blick erfüllen, die Chance auf einen Ausbildungsplatz zu bieten.


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