Deutscher Gewerkschaftsbund

Geschichte des 1. Mai in München

Der 1. Mai 1919

Aufruf zur waffenlosen Demonstration auf den 1.Mai-Kundgebungen 1919

Der 1. Mai 1919, aber nur dieser, war von der Nationalversammlung zum reichsweiten Nationalfesttag erklärt worden. An eben diesem Revolutionsfeiertag musste die Münchener Arbeiterbewegung das traurigste Kapitel ihrer Geschichte erleben, den gewaltsamen Bruderkampf zwischen ihren politischen Hauptrichtungen. Noch wenige Tage vor dem 1. Mai hatte die Münchner Post in hoffnungsvollen Artikeln die Feiern zum 1. Mai 1919 angekündigt, deren Zahl sich diesmal sogar auf 40 belaufen sollte.


Die auf München zumarschierenden weißen Truppen waren durch Greuelpropaganda über die Zustände in der Stadt aufgehetzt. Unter anderem hieß es, die Räterepublikaner hätten die Frauen "sozialisiert". Nachdem die Soldateska in Starnberg Sanitätsmannschaften der Roten Armee niedergemetzelt und weitere Rotarmisten hingerichtet hatte, wuchs die Erbitterung in der eingeschlossene Stadt. Ohne Wissen der leitenden Organe der Räterepublik ließ die Kommandantur des Luitpoldgymnasiums am 30. April Geiseln, darunter sieben Mitglieder der rechtsextremen Thule-Gesellschaft, die ein umfangreiches Spitzelwesen organisiert hatte und an zahlreichen Sabotageakten gegen die Räterepublik beteiligt war, erschießen. Dieser "Geiselmord" vergrößerte den Blutrausch der weißen Garden.


In den Morgenstunden des 1. Mai 1919 stellten sich tatsächlich noch vereinzelte Demonstrationszüge auf, zu großen Maidemonstrationen konnte es jedoch nicht mehr kommen, da die bewaffneten Kämpfe bereits begannen.


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