Deutscher Gewerkschaftsbund

Geschichte des 1. Mai in München

1990 - 1993: In München gehen die Uhren anders

Heraus zum 1. Mai?

Wer hört noch die Signale, wenn der DGB die Massen ruft: Heraus zum 1. Mai?

chenkt man dem Zeitgeist Glauben, so hat der 1. Mai für den individualisierten Menschen, hin und hergerissen zwischen Videoclip und Fitnesscenter, Paragliding und Mountainbiking, keine Bedeutung mehr. Die Wirklichkeit sieht - zumindest in München - anders aus. Hier ist es nicht nur gelungen, die bundesweit rückläufigen Teilnehmerzahlen zu stoppen, sondern sogar wieder eine zunehmende Beteiligung zu erreichen.

Familienfest rund um den St. Jakobsplatz

Mit der Durchführung des Familienfestes am 1. Mai ist es gelungen, neben den Inhalten, die auch weiter auf der Kundgebung und am Infomarkt zentrale Bedeutung haben, einen Ort für einen Feiertag im ursprünglichen Sinn zu schaffen.

 

Die Grundidee dieses Festes ist es, durch Zusammenführung unterschiedlichster Kulturangebote für alle Altersgruppen die Einheitsgewerkschaft erlebbar zu machen.

Mit neuem Outfit und kostenfreier Anfahrt

Mit den Motti "München - Herz allein genügt nicht" und "Mensch München bleib offen", versuchte der DGB-Kreis München regionale und kommunale Bezüge mit den bundesweiten inhaltlichen Schwerpunkten des DGB zu verbinden.

Rechtzeitig mit dem Schwerpunktthema "Verkehr" konnte am 1. Mai 1992 die kostenlose MVV-Nutzung, "Fahrschein" war die Mai-Nelke, vereinbart werden. Die nicht unwesentlichen Kosten dieser "Freifahrt" werden - wie der gesamte 1. Mai - über den Mai-Nelkenverkauf und durch die Mitgliedsgewerkschaften finanziert. Zwischzeitlich haben auch andere DGB-Kreise die Idee begeistert übernommen um der Mai-Nelke zu neuem Glanz zu verhelfen.

Dass der 1. Mai in München in dieser Form stattfinden kann, ist der Finanzierung durch die Gewerkschaften und vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern zu verdanken. Nicht zuletzt aber auch dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München, das mit großem Engagement den DGB bei Organisation und Durchführung dieses ersten Openair im Jahr in der Stadt unterstützt.

Nachfolgend die Übersicht über die Hauptreferenten der Kundgebungen und die Höhepunkte des Familienfestes:

1990

 Siegfried Bleicher, IG Metall-Hauptvorstand

BavaRio

1991

 Ursula Engelen-Kefer, stellv. DGB-Vorsitzende

Lisa Fitz

1992

 Fritz Schösser, DGB-Landesbezirksvorsitzender

 Ecco die Lorenzo & Soulfood

1993

 Detlev Hensche, IG Medien, Vorsitzender

Hubert von Goisern & Die Alpinkatzen

 

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