Deutscher Gewerkschaftsbund

06.05.2019

100 Jahre Kampf für gutes Leben und gute Arbeit

Der Kreisverband Ebersberg des Deutschen Gewerkschaftsbunds legt in diesem Jahr einen Schwerpunkt seiner Arbeit auf die Erinnerung an die Ereignisse vor hundert Jahren, denn die Revolution von 1918/19 hat den arbeitenden Menschen wichtige Errungenschaften gebracht und den Grundstein für unsere Demokratie gelegt. Der 8-Stundentag und die Einführung von Betriebsräten sind hier ebenso zu nennen wie das allgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht. Die Verankerung des Frauenwahlrechts war ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Frauen zur politischen und gesellschaftlichen Emanzipation.

Dass einmal errungene Rechte und Freiheiten immer wieder verteidigt werden müssen, zeigt sich leider in der Gegenwart sehr deutlich. Der Kampf um Marktanteile und steigenden Profit wird immer stärker auf dem Rücken der arbeitenden Menschen ausgetragen: unbegrenzte Verfügbarkeit und Zwang zu Überstunden auf der einen Seite, prekäre Arbeitsverhältnisse mit Niedrigstlöhnen und Zwang zu Teilzeit und Minijobs auf der anderen Seite.

Wir haben uns u.a. mit der Ausstellung im Museum der Stadt Grafing über die Auswirkungen der Revolution auf den Grafinger Raum auseinandergesetzt und unsere Kritik in einer öffentlichen Veranstaltung zur Diskussion gestellt. Aus unserer Sicht wurde die Ausstellung der Ereignissen von damals nicht gerecht und enthielt fragwürdige Behauptungen, die ein überholtes Geschichtsbild wiedergaben. Die einzelnen Diskusssionsbeiträge von drei Gewerkschaftern, die sich intensiv mit dem Thema beschäftigt haben, sind auf der Webseite des DGB-Kreisverbands nachzulesen.

Dazu erklärt die DGB-Kreisvorsitzende Eva Maria Volland: „Der DGB-Tarifreport von 2018 hat gezeigt: Nur noch 53 Prozent der bayerischen Beschäftigten werden nach Tarif bezahlt. Vor der Jahrtausendwende waren es noch 83 Prozent. Bayern liegt auf dem letzten Tabellenplatz der westdeutschen Bundesländer. Sogar Sachsen-Anhalt droht den Freistaat bei der Tarifbindung zu überholen.“

Hinzu kommt eine schleichende Vergiftung des gesellschaftlichen Klimas durch rassistisches und sexistisches Gedankengut, das ein friedliches und gleichberechtigtes Zusammenleben erschwert und unterhöhlt. Diese Entwicklungen sind nicht nur in Deutschland, sondern europaweit zu beklagen.

Vom 1. Mai 2019 muss ein klares Signal gegen Intoleranz, Nationalismus, Rassismus und Rechtspopulismus ausgehen. Die Mehrheit der Menschen will ein friedliches Zusammenleben auf der Basis der Menschenrechte.

Der Kreisverband Ebersberg unterstützt deshalb den Aufruf des DGB-Bundesvorstands zum Tag der Arbeit 2019, der aus Anlass der Europawahlen am 26. Mai die EU in den Blick nimmt. Aus Sicht des DGB müssen die sozialen Interessen der Bürgerinnen und Bürger im Mittelpunkt der Politik stehen, nicht die der Unternehmen. Außerdem müssen europaweite Standards als Basis für gute Arbeitsbedingungen in der ganzen EU gelten. Erforderlich ist darüber hinaus eine EU-Gleichstellungsstrategie, um die weiterhin bestehende Benachteiligung von Frauen abzubauen und ein Programm für Zukunftsinvestitionen, das Arbeitsplätze, Bildung, Infrastruktur und Wohlstand für alle sichert und fördert.

 

Alle Bürgerinnen und Bürger sind aufgefordert, sich an der Europawahl zu beteiligen und für diejenigen Parteien zu stimmen, die sich für eine solidarische und gerechte Europäische Union einsetzen.


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