Deutscher Gewerkschaftsbund

01.02.2021

DGB-Kreisverband München: Wir brauchen gute Renten, für ein gutes Leben im Alter

Portrait Simone Burger

DGB München/© Ingrid Theis

Simone Burger, Vorsitzende DGB München

Einschlägige Ökonomen und Lobbyisten fordern aufgrund der Corona-Krise schon wieder Leistungskürzungen. Die Rechnung sollen die Beschäftigten zahlen. Sie sollen mehr private Vorsorge leisten, niedrigere Renten akzeptieren und länger arbeiten.

Dabei besteht erheblicher Handlungsbedarf in die andere Richtung. Die neuesten Zahlen der Deutschen Rentenversicherung zeigen dies. Demnach kamen Männer, die 2019 in München Stadt erstmals eine Altersrente bezogen haben, im Schnitt auf 1012 Euro pro Monat, Frauen mussten mit durchschnittlich 864 Euro auskommen. Damit liegen beide Geschlechter unter der bayerischen Armutsgefährdungsschwelle von zuletzt 1.155 Euro im Jahr 2019.

„Diese Konfliktlinien zwischen all jenen, die die gesetzliche Rente weiter schleifen wollen, und uns, die für eine Erhöhung eintreten, werden auch im Bundestagswahljahr 2021 eine zentrale Rolle spielen. Die hohen Mieten in unserer Region verschärfen schon jetzt das Armutsrisiko im Alter. Alle Vorschläge die zu einer Absenkung führen sind für uns indiskutabel. Unser Ziel bleibt der Umbau hin zu einer Erwerbstätigenversiche­rung. In einem ersten Schritt braucht es eine besse­re Absicherung gerade für Solo-Selbständige. Das Rentenniveau muss weiter stabilisiert und in einem zweiten Schritt wieder deutlich angehoben werden.“, so Simone Burger, Vorsitzende des DGB-Kreisverbands für München Stadt und Land, Dachau, FFB und Starnberg.

„Der Zusammenhang zwischen guter Arbeit und guter Rente ist offensichtlich. Niedriglöhne und atypische oder prekäre Erwerbsformen schmälern die Chance auf ein gutes Auskommen im Alter. Der Niedriglohnsumpf – einer der größten in Europa – ist trockenzulegen. Hierzu bedarf es sowohl eines höheren Mindestlohnes als auch eines bayeri­schen Tariftreue- und Vergabegesetzes. Gleichzeitig ist die Rentenlücke zwischen Frauen und Männern, die in München bei 148 Euro liegt, nicht zu akzeptieren. Wir kämpfen deshalb weiter für gleichen Lohn für gleiche Arbeit und für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für beide Eltern.“, so Simone Burger

Weitere aktuelle Zahlen und Fakten zur Situation der Rentnerinnen und Rentner im Freistaat finden Sie im neuen Rentenreport 2021 des DGB Bayern. Dieser kann hier heruntergeladen werden.

Bei allen Zahlen handelt es sich um Durchschnittswerte. Das individuelle Haushaltseinkommen ist hieraus nicht ableitbar.


Nach oben

DGB München auf Facebook

facebook
23.07.2019

Warum wir uns für die SEM engagieren.

 

Es wird immer schwieriger, in München eine bezahlbare Wohnung zu finden. Warum wir uns deshalb für eine "SEM" - eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme im Münchner Nordosten einsetzen, erfährst du hier im Video.


Nach oben

Weitere Informationen

DGB Bayern
gegenblende - das DGB-Debattenportal
DGB/Spiekermann