Deutscher Gewerkschaftsbund

19.12.2018

Mehr Lohn und Beschäftigung durch Mindestlohn – Gesetzgeber muss Mindestlohn zur Existenzsicherung anheben

Neue DGB-Analyse vier Jahre nach Einführung des gesetzlichen Mindestlohns

Portrait Simone Burger

DGB München/© Ingrid Theis

Simone Burger, Vorsitzende DGB München

Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2019 auf 9,19 Euro. Für die DGB Region München ist dies ein Anlass, die Beschäftigten- und Lohnentwicklung seit Einführung des Mindestlohnes in den Blick zu nehmen.

Die Vorsitzende des DGB München Simone Burger: „Vier Jahre nach Einführung des gesetzlichen Mindestlohns ziehen wir eine positive Bilanz. Entgegen der Panikmache von Arbeitgebern und Wirtschaftsforschern hat der Arbeitsmarkt in Deutschland vom Mindestlohn profitiert. Es ist eine große Anzahl an neuen sozialversicherungspflichtigen Jobs entstanden. Dem Mindestlohn ist der aktuelle Aufschwung zu verdanken, der vom erhöhten Privatkonsum der Beschäftigten herrührt.“

Dennoch sieht Burger noch viel Luft nach oben: Auch wenn der Mindestlohn zu Beginn des neuen Jahres auf 9,19 Euro angehoben wird, schützt er die Beschäftigten vor Armut nicht. Ziel des Mindestlohns muss es sein, die eigene Existenz zu sichern. Deswegen ist eine Steigerung des Mindestlohns unumgänglich. Darüber hinaus werden immer noch zu viele Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen um den Mindestlohn betrogen. Um den schwarzen Schafen auf die Schliche zu kommen, benötigen die zuständigen Kontrollbehörden mehr Personal, um die Einhaltung des Mindestlohns zu prüfen.“

 

Neue DGB-Analyse:

Eine aktuelle DGB-Auswertung neuer Zahlen des Statistischen Bundesamtes und der Bundesagentur für Arbeit belegt die positiven Effekte auf die Verdienst- und Beschäftigungsentwicklung. Sowohl die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung als auch die Löhne haben sich in Bayern und der DGB Region München seit Einführung des gesetzlichen Mindestlohns Anfang 2015 positiv entwickelt.

 

Seit Einführung des Mindestlohns konnten die Beschäftigten in Bayern einen Lohnanstieg von 9,8 Prozent verzeichnen. Dies bedeutet ein Anstieg der Löhne von jährlich durchschnittlich 2,7 Prozent.

Auch die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung verlief mit einem Zuwachs von 11,4 Prozent in Bayern und von 10,2 Prozent in München (Stadt) positiv. Insbesondere im Landkreis München war der Beschäftigungszuwachs mit 12,2% und im Kreisverband Erding mit 14,1 Prozent sehr groß.

Im Wirtschaftszweig Information und Kommunikation ist in München der Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Teilzeit- und Vollzeit-Beschäftigung (ohne Minijobber) mit 24,7 Prozent besonders stark ausgefallen. Im Wirtschaftszweig Baugewerbe gab es ein Plus von 17,9 Prozent (bundesweit:14,6 Prozent). Aber auch im Wirtschaftszweig Heime und Sozialwesen gab es in München 17,3 Prozent (bundesweit 12,4 Prozent) mehr Beschäftigte.

Im Baugewerbe kam es bundesweit zu einem Anstieg der Löhne der Un- und Angelernten um 9,6 Prozent. In dieser Zahl sind MinijobberInnen nicht enthalten. In Westdeutschland betrug der Zuwachs 8,7 Prozent, im Osten sogar 12,9 Prozent.


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