Deutscher Gewerkschaftsbund

06.05.2019

1. Mai ist Tag der Arbeit

Europa. Jetzt aber richtig!

1. Mai 2019 Europa. Jetzt aber richtig!

DGB

5500 Gewerkschafter demonstrieren am 1. Mai auf dem Marienplatz. Das Motto der Kundgebung an diesem 1. Mai ist „Europa. Jetzt aber richtig.“

 

In ihrer Begrüßung hob die Münchner DGB Vorsitzende Simone Burger die anstehenden Tarifverhandlungen im Kfz-Handwerk, bei den Brauern und den Konflikt um Überstundenzuschläge in der Gebäudereinigung hervor. Sie ging auch auf das Thema Bezahlbares Wohnen ein:

 

„Die Spekulation auf Boden kennt keine Grenzen mehr. Wird in München ein Stück Acker zu Bauland, steigt der Preis für einen Hektar von max. 200.000 Euro auf 50 Millionen. Und das ist dann unser Problem – wenn schon der Boden 5000 Euro den qm kostet dann entsteht dort kein bezahlbares Wohnen für uns. Um die Spekulation mit Boden zu stoppen und Bezahlbares Wohnen zu schaffen, haben wir Gewerkschaften uns der Initiative Pro SEM angeschlossen.“

 

 

Die DGB-Jugend erklärt den Tag der Arbeit zum Tag der Arbeitszeitverkürzung.

In diesem Jahr hat Julia Stenzniewski von der EVG Jugend die Jugendrede gehalten.

 

„Schon in der Berufsausbildung lernen die meisten meiner Jungen Kolleginnen und Kollegen das Wort „Überstunden“ oder den Satz „bleib doch mal länger – das kannst du jetzt auch noch fertig machen“ kennen. Und da geht es nicht um DIE EINE AUSNAHME – sowas ist sehr häufig die Regel.“

„2018 wurden mehr als 2 Mrd. Überstunden in Deutschland geleistet. Die Hälfte davon blieb dabei unvergütet.“

 

„Wir –als DGB-Jugend - sagen: Finger weg vom Arbeitszeitgesetz! Einseitige Flexibilisierung ist versteckte Ausbeutung! Begrenzt die Überstunden und BEZAHLT die geleisteten Überstunden mit Zuschlägen. Schafft Instrumente wie Lebensarbeitszeitkonten und gestaltet diese fair und attraktiv, damit diese die Beschäftigten ansprechen. Gerade die Entwertung von Arbeitszeit über einen längeren Zeitraum hinweg muss verhindert werden. Statt Personalabbau im Deckmantel der Digitalisierung muss eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich erfolgen.“

 

 

Die Hauptrede hielt in diesem Jahr der Vorsitzende des DGB Bayern, Matthias Jena. Hier finden sie einige Zitate seiner Rede:

 

„Tarifverträge sind gut und wichtig, sie sind das zentrale Nervensystem der Arbeiterbewegung. Aber es gilt auch: immer mehr Arbeitgeber machen sich vom Acker. Immer weniger Betriebe und Branchen unterliegen der Tarifbindung. Das ist keine Flexibilisierung, das ist skandalöse Tarifflucht!“

 

„Was die Tarifbindung betrifft, ist Bayern Schlusslicht unter den westdeutschen Bundesländern. Gerade Bayern, das doch angeblich immer in der Champions-League spielt, treibt ihren Wirtschaftserfolg auf dem Rücken der Beschäftigten voran. Und schafft damit Unsicherheiten und Abstiegsängste.“

 

„In Europa wie bei uns hier gilt: Die Menschen müssen im Mittelpunkt stehen. Die sozialen Interessen der Bürgerinnen und Bürger müssen durchgesetzt werden, nicht die Kapitalinteressen. Und weil wir eine starke, freie, offene, soziale Europäische Union wollen, können wir uns umso mehr für europaweite Standards bei Arbeitsbedingungen, für mehr und bessere Tarifverträge, für einen europaweiten Mindestlohn oder mehr Arbeitsplätze einsetzen.“ „Wir lassen uns nicht spalten. Weder zwischen Nord und Süd, zwischen heller und dunkler Haut, zwischen Mann und Frau, noch zwischen geflüchtetem Neuankömmling und alteingesessenem Münchner. Wir sind Gewerkschaften – frei, solidarisch, gemeinsam, international!“

 

 


Nach oben

DGB München auf Facebook

facebook

Neue Wohnungspolitik

explanideo

Weitere Informationen

DGB Bayern