Deutscher Gewerkschaftsbund

08.07.2020

Rechtsradikale Ideologie statt Liebeskummer – das Oktoberfestattentat von 1980 war rechter Terror! Wir müssen aus den Fehlern lernen!

Mahnmal Oktoberfestattentat

DGB/Kopera

Die DGB-Jugend München begrüßt die Ermittlungsergebnisse der Bundesanwaltschaft, dass Gundolf Köhler das Attentat auf das Oktoberfest nicht aus persönlicher Verbitterung, sondern aus einer rechtsradikalen Motivation heraus verübte. Sie fordert aber auch, aus den Fehlern zu lernen und eine neue öffentliche Debatte über rechten Terror.

 

Nahezu 40 Jahre lang war die offizielle Position zum schlimmsten Attentat der deutschen Nachkriegsgeschichte, dass Gundolf Köhler als Einzeltäter und aus persönlichen Motiven gehandelt hat. Die DGB-Jugend München hat dies immer öffentlich bezweifelt und auf eine Neuaufnahme des Verfahrens gedrängt, die 2014 auch begonnen wurde. In diesem Sinne begrüßt die DGB-Jugend München ausdrücklich die in der Süddeutschen Zeitung veröffentlichten Ermittlungsergebnisse: das Oktoberfestattentat war rechter Terror!

 

„Seit 38 Jahren ist die DGB-Jugend München hauptverwantwortlich für das Gedenken an das Oktoberfestattentat. Und von Anfang an haben wir immer wieder betont, dass Gundolf Köhler ein rechter Terrorist war!“ sagt Kristofer Herbers, Jugendsekretär der DGB-Jugend München. „Daher freut uns natürlich sehr, dass die Bundesanwaltschaft im wiederaufgenommenen Verfahren zum selben Schluss kommt und jetzt auch offiziell ist, was wir so lange betont haben!“

 

Die DGB-Jugend München bedauert allerdings, dass es 40 Jahre gedauert hat, bis die Überlebenden und Betroffenen endlich auch offizielle Klarheit gekriegt haben und fordert, dass es jetzt zu einer weiteren öffentlichen Debatte kommen muss. „Das Untersuchungsergebnis darf nicht noch einmal zu 40 Jahren Untätigkeit führen. Wir müssen über rechten Terror reden und aufhören, ihn kleinzureden.“ sagt Marco Wahl, ehrenamtlicher Sprecher der DGB-Jugend München. „Wir müssen aus den Fehlern, die in der Aufarbeitung des Oktoberfestattentats gemacht wurden, lernen. Und wir müssen diese Lehren z.B. auf den NSU, Hanau und den Mord an Walter Lübcke anwenden. Wir dürfen nicht noch einmal die Betroffenen und ihre Angehörigen 40 Jahre alleine lassen!“

 

Auch dieses Jahr wird die DGB-Jugend München wieder am 26. September am Mahnmal an das Attentat gedenken. Und es gibt immer noch viele offene Fragen, die angesprochen werden müssen.


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